Notfallkoffer KRITIS-KOM
Modem, Transceiver, Lautsprecher und Verkabelung integriert in einem robusten Outdoor-Case.
KRITIS-KOM bündelt Lösungen für resiliente Kommunikation in Krisen- und Ausfallszenarien. Den Kern bildet ein autarkes Kurzwellensystem auf Basis des PACTOR-Standards mit dem PACTOR-Modem DR-9400 PXdragon. Es benötigt keine SIM, keinen Mobilfunkvertrag, keine lokale Infrastruktur und arbeitet unabhängig von Mobilfunk, Festnetz, Internet und Satellit.
Bei Stromausfällen, Naturkatastrophen oder gezielten Angriffen fallen terrestrische Netze früh aus. Mobilfunkmasten verfügen meist nur über kurze Notstromreserven, Festnetze hängen an aktiven Vermittlungsstellen, Glasfaser-Backbones an Rechenzentren mit komplexer Energieversorgung. Leitstellen, Verwaltungen und Krisenstäbe verlieren in solchen Lagen ihre Kommunikationsfähigkeit; Meldeketten unterbrechen.
Kurzwellenfunk benötigt keine Masten, keine Glasfaser und keine Vermittlungsstellen. Nachrichten können über große Entfernungen übertragen werden – unabhängig von der lokalen Schadenslage und ohne dass eine zentrale Infrastruktur funktionieren muss.
Satellitenkommunikation ist leistungsfähig, bleibt aber ein kommerzieller Dienst mit zentralen Abhängigkeiten. Cyberangriffe können Satellitensysteme lahmlegen – wie der Ausfall des Boden-Managementsystems des KA-SAT-Netzes zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 zeigte. Auch Weltraumwetter, Überlastung oder geopolitische Eingriffe können Satellitenverbindungen einschränken.
Kurzwellenfunk arbeitet ohne Raumsegment und ohne zentralen Betreiber. Einzelne Ausfälle unterbrechen das System nicht. Damit bildet Kurzwelle eine eigenständige Resilienzebene in einem mehrstufigen Kommunikationskonzept.
Resilienzkonzepte und regulatorische Anforderungen verlangen redundante Kommunikationswege. Die KRITIS-KOM-Lösung lässt sich als zusätzliche, unabhängige Ebene in bestehende Konzepte integrieren. Vorhandene Systeme bleiben erhalten und werden gezielt um einen infrastrukturunabhängigen Kanal ergänzt.
Im robusten, transportfähigen Outdoor-Case sitzen das PACTOR-Modem DR-9400 PXdragon, ein Kurzwellen-Transceiver, Lautsprecher und alle Anschlüsse fest verbaut. Ohne Aufbau, ohne lose Kabel.
Modem, Transceiver, Lautsprecher und Verkabelung integriert in einem robusten Outdoor-Case.
Strukturierte Lagemeldungen, priorisiert und dokumentiert – kurze Einarbeitung genügt.
Zugriff auf Winlink möglich; für professionelle Anwendungen empfehlen wir dedizierte Gateways oder Behördennetze.
Auslegung nach Standort, Einsatzszenario und Reichweite. WiMo unterstützt bei der Planung.
Stationslösung, Fahrzeugeinbau oder portable Manpack-Variante – mit eigener Stromversorgung und Antenne.
Batteriebetrieb, Generator oder Photovoltaik – an ortsfesten Stationen Laufzeiten von einer Woche und mehr.
Monatliche Gebühren binden an einzelne Anbieter. Vertragsänderungen, Tariferhöhungen oder geopolitische Entwicklungen sind dauerhafte Kostenrisiken. Im Krisenfall greifen Drosselung, Priorisierung anderer Kunden und kommerzielle Verfügbarkeitsregeln.
Nach der Anschaffung entstehen keine nutzungsabhängigen Kommunikationskosten. Laufende Aufwände beschränken sich auf Wartung, Schulung und Übung – planbar und überschaubar.
Systeme, die nicht regelmäßig genutzt werden, sind im Ernstfall häufig nicht einsatzfähig. Die Bedienung der KRITIS-KOM-Lösung ist deshalb so ausgelegt, dass kurze Schulungen und regelmäßige Übungen ausreichen, um die Einsatzbereitschaft des Personals zu erhalten. Verfügbarkeit der Technik und Einsatzfähigkeit der Anwender werden gleichermaßen adressiert.
Das PACTOR-Modem DR-9400 PXdragon wird von SCS in Deutschland hergestellt. Vertrieb und Integration erfolgen durch die WiMo Antennen und Elektronik GmbH mit Sitz in Herxheim/Südpfalz – seit 1982 Hersteller und Fachhändler für Funktechnik. Entwicklung, Fertigung und Service finden in Deutschland statt.
Ein Laptop mit geeigneter Software (etwa Winlink), ein Kurzwellen-Transceiver, eine Antenne, das PACTOR-Modem DR-9400 PXdragon sowie eine Stromversorgung über Batterie oder Generator. Hinzu kommen Mitarbeitende, die in Aufbau und Betrieb eingewiesen sind.
In der Praxis baut ein eingewiesener „Funker" die Technik auf. Die übrigen Anwender arbeiten anschließend mit der Mailsoftware, deren Bedienung an gängige E-Mail-Clients angelehnt ist und nur kurze Schulung erfordert. Mit PACTOR ist regionale, überregionale und über Relaisstationen weltweite Kommunikation möglich.
Der Laptop wird über die autarke Stromversorgung des Systems mitversorgt. Passende Netzteile (zum Beispiel 12 V auf USB-C) sind verfügbar.
Die Betriebsdauer hängt von der Batteriekapazität ab. An ortsfesten Stationen sind mit entsprechenden Batterien Laufzeiten von einer Woche und mehr möglich. Mobile Konfigurationen lassen sich mit Photovoltaik – bis hin zu aufrollbaren Solarzellen – verlängern. Sollte ein Laptop ausfallen, bleibt der Sprechfunk über den Transceiver weiterhin verfügbar.
Bis zu rund 10.500 bit/s auf Kurzwelle unter guten Bedingungen. Das System ist auf zuverlässige Übertragung von Text- und strukturierten Daten ausgelegt – nicht auf hohe Bandbreiten.
Geeignet:
Nicht geeignet:
Typische Anwender sind Betreiber kritischer Infrastruktur – etwa Kommunen, Stadtwerke, Kliniken, Behörden, BOS-Organisationen sowie Industrieunternehmen mit erhöhten Anforderungen an Ausfallsicherheit. Ebenso adressiert sind Unternehmen, die unter die Anforderungen aus NIS2 und KRITIS-Dachgesetz fallen (Ist mein Unternehmen relevant?).
Die regulatorischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich nach Einsatzszenario und Anwender. WiMo unterstützt bei der Auswahl und Umsetzung der jeweils geeigneten Betriebsform.
Die Übertragung kann durch zusätzliche Verfahren verschlüsselt werden. Die konkrete Umsetzung richtet sich nach den Sicherheitsanforderungen und regulatorischen Vorgaben des jeweiligen Anwenders.
Nach der Anschaffung entstehen keine nutzungsabhängigen Kommunikationskosten. Laufende Aufwände betreffen Wartung, Schulung und Übung und sind überschaubar.
Typischerweise durch die anwendende Organisation selbst oder in Zusammenarbeit mit Behördenstrukturen. Perspektivisch sind dedizierte Infrastrukturen für KRITIS-Anwendungen möglich.
Satellitenlösungen sind leistungsfähig und komfortabel, hängen aber an kommerziellen Betreibern und ihrer Infrastruktur. Kurzwellenfunk benötigt keine zentrale Betreiberstruktur und kann unabhängig betrieben werden. Beide Systeme schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich in einem mehrstufigen Resilienzkonzept.
Im Kontext der Vorbereitungen auf Krisen- und Verteidigungsszenarien gewinnt technologische Unabhängigkeit an Bedeutung. Mit KRITIS-KOM steht eine Lösung zur Verfügung, deren Kernkomponenten in Deutschland entwickelt und gefertigt werden.
Nein – und das ist ein bewusster Vorteil. Die zugrundeliegende Technologie ist seit Jahren in der Praxis bewährt: bei NGOs in Katastropheneinsätzen, in der Hochsee-Schifffahrt, in internationalen Notfunknetzen. Resilienz im Krisenfall entsteht durch Verlässlichkeit, nicht durch Neuheit.