Baustein · Kernrolle: Ebene 4 (Emergency)

HF-Datenfunk: Weitverkehr ohne Infrastruktur am Übertragungsweg.

Datenübertragung über Kurzwelle mit PACTOR — einsatzfähig bei Blackout, Internet- und Mobilfunkausfall.

Das Szenario

Großflächiger Ausfall — und Ihre Meldepflichten bestehen weiter

Der flächige Blackout ist das Szenario, in dem alle infrastrukturgebundenen Ebenen nacheinander ausfallen: Mobilfunkmasten nach Minuten bis Stunden, Festnetz und Internet mit den Vermittlungsstellen und Rechenzentren. Auch Ebene 2 verliert ihre terrestrischen Pfade.

Was bleibt, sind Pflichten und Aufgaben: Lagemeldungen an Behörden, Koordination mit Nachbarbetreibern, Verbindung zwischen entfernten Standorten. Dafür braucht es eine Ebene, deren Übertragungsweg keine einzige externe Komponente enthält.

Warum diese Technologie

Warum Kurzwelle ohne externe Infrastruktur auskommt

Kurzwellenfunk (HF) überbrückt große Entfernungen über die Reflexion an der Ionosphäre — ohne Masten, ohne Glasfaser, ohne Satelliten, ohne Betreiber. Zwischen Sender und Empfänger liegt nur Physik. Das PACTOR-Übertragungsverfahren macht daraus einen zuverlässigen Datenkanal für E-Mail, strukturierte Lagemeldungen, Telemetrie und Dateitransfer.

  • Weitverkehrsfähig: regional, überregional und über Relaisstellen weltweit — unabhängig von der lokalen Schadenslage.
  • Autark: mit Batterie, Generator oder Photovoltaik über Tage und Wochen betriebsfähig; der Laptop wird mitversorgt.
  • Bedienbar wie E-Mail: Nach dem Aufbau durch eine eingewiesene Person arbeiten die Anwender in einer Mailoberfläche — kurze Schulung genügt.
  • Ohne laufende Verbindungskosten: keine SIM, kein Tarif, kein Anbietervertrag. Einmal beschafft, dauerhaft einsatzbereit.
  • Verschlüsselbar: zusätzliche Verschlüsselungsverfahren sind möglich; die Umsetzung richtet sich nach Ihren Sicherheitsanforderungen und den regulatorischen Vorgaben.

Die Komponenten — PACTOR-Modem PXdragon DR-9400 (Hersteller SCS, Deutschland), Transceiver, Antenne, Stromversorgung — werden als einsatzfertige Lösung integriert, etwa im transportfähigen Notfallkoffer, als Stationslösung oder im Fahrzeugeinbau. Details zur Konfiguration klären wir im Gespräch — bewusst nicht im Webshop.

Ehrliche Grenzen

Was diese Ebene leistet — und was nicht

Dieser Baustein ist die richtige Antwort, wenn…

  • Strom, Internet und Mobilfunk großräumig ausfallen,
  • Meldewege über große Entfernungen bestehen bleiben müssen,
  • vollständige Unabhängigkeit von Dritten gefordert ist.

Dieser Baustein ist nicht die Antwort auf…

  • Bandbreitenbedarf: Bis zu rund 10.500 bit/s unter guten Bedingungen — ausgelegt auf Text und strukturierte Daten, nicht auf Videokonferenzen oder große Dateien.
  • Spontane Nutzung ohne Vorbereitung: Aufbau und Betrieb erfordern eingewiesenes Personal und regelmäßige Übung. Ein System, das im Schrank verstaubt, ist im Ernstfall keins.
  • Alltags-Gruppenkommunikation: Für den täglichen Sprechfunk und die standortübergreifende Vernetzung sind die Bausteine Betriebsfunk und IP-Funk die richtigen Werkzeuge.
Typischer Einstieg

So sieht der Einstieg aus

  1. Analyse: Wohin müssen Sie im Ernstfall melden — und von wo? Gegenstellen, Standorte, Antennensituation und Betriebsform (die regulatorische Einordnung unterscheidet sich je nach Anwender) werden geklärt.
  2. Pilotinstallation: Eine Station bei Ihnen, eine Gegenstelle — Verbindungstest über die reale Distanz, Einweisung der Schlüsselpersonen, erste Übung.
  3. Erweiterung: Weitere Standorte, feste Antennenanlagen, Einbindung in Ihr Notfallmanagement mit dokumentierten Übungen — wie es die Maßnahmenkataloge fordern.

Häufige Fragen zu HF-Datenfunk

Ein Kurzwellen-Transceiver, das PACTOR-Modem, eine passende Antenne, eine autarke Stromversorgung (Batterie, Generator oder Photovoltaik) und ein Laptop mit Mailsoftware — plus eingewiesene Mitarbeitende. In der Praxis baut eine eingewiesene Person die Technik auf; danach arbeiten die Anwender in einer E-Mail-ähnlichen Oberfläche.

Bis zu rund 10.500 bit/s unter guten Bedingungen. Das genügt für E-Mails, strukturierte Lagemeldungen, Positions- und Telemetriedaten und kleinere Dateianhänge — nicht für Multimedia. Für den Zweck der Ebene (Meldefähigkeit im Totalausfall) ist das die richtige Auslegung: Zuverlässigkeit vor Bandbreite.

Abhängig von der Batteriekapazität: An ortsfesten Stationen sind Laufzeiten von einer Woche und mehr erreichbar; mobile Konfigurationen lassen sich mit Photovoltaik verlängern. Der Laptop wird über die Systemversorgung mitgespeist. Fällt er aus, bleibt Sprechfunk über den Transceiver möglich.

Die regulatorischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich nach Einsatzszenario und Anwender — von zugeteilten Festfrequenzen bis zu Behördennetzen. Wir klären die passende Betriebsform in der Analyse und unterstützen bei der Umsetzung.

Sie ist bewährt — das ist ein Unterschied. PACTOR ist seit über 30 Jahren im Einsatz und in zahlreichen Ländern fester Bestandteil organisierter Notfunknetze, von Katastropheneinsätzen bis zu diplomatischen Vertretungen. Für eine Rückfallebene zählt Verlässlichkeit unter schlechten Bedingungen, nicht Neuheit.

Ist dieser Baustein Ihre Lücke?

Wenn Ihr Worst Case der flächige Blackout ist, führt an der Ebene-4-Rolle wenig vorbei. Ob sie bei Ihnen zuerst kommt oder zuletzt, klärt die Ebenen-Analyse.